Microsoft und Dell zeigen kommende Woche erste Windows-PCs mit Nvidia-CPU und lokalen KI-Agenten
Microsoft bereitet einen zweiten Anlauf für KI-PCs vor. Bereits in der kommenden Woche sollen zusammen mit Dell und der Surface-Reihe erste Windows-Rechner mit Nvidia-Chips als Hauptprozessor erscheinen. Parallel plant der Konzern lokale KI-Agenten, die Aufgaben direkt auf dem Gerät erledigen.
Auslöser sind zwei Termine Anfang Juni 2026: die Computex in Taiwan und Microsofts Build-Konferenz in San Francisco. Laut dem von The Decoder zitierten Bericht von Axios sollen dort die ersten Windows-PCs mit Nvidia-Chips als Hauptprozessor vorgestellt werden. Genannt werden Microsofts Surface-Marke und Dell. Für den PC-Markt wäre das ein Bruch mit der bisherigen Dominanz von Intel, AMD und zuletzt Qualcomm in Microsofts KI-PC-Strategie.
Zweiter Anlauf bei KI-PCs
Microsoft hatte 2024 mit den Copilot+ PCs bereits eine erste Geräteklasse für lokale KI-Funktionen eingeführt. Der neue Vorstoß geht laut The Decoder weiter. Geplant sei Software, mit der KI-Agenten Aufgaben lokal auf Windows-PCs ausführen. Das zielt auf Arbeitsabläufe, nicht nur auf Chat-Funktionen. Für Unternehmen ist das relevant, weil lokale Ausführung Latenz senkt und Daten auf dem Gerät bleiben können, statt in eine Cloud-Instanz zu wandern.
Seit Anfang 2026 setzt Microsoft dafür dem Bericht zufolge auf OpenClaw. Dafür wurde ein neues Team um den Entwickler Omar Shahine aufgebaut. OpenClaw-Gründer Peter Steinberger, inzwischen bei OpenAI, soll auf der Build-Konferenz eine Session halten. The Decoder hält es für möglich, dass Microsoft das OpenClaw-Framework direkt für die neuen PCs nutzt. Eine offizielle Produktankündigung von Microsoft liegt dazu vor dem Start der Build noch nicht vor.
Lokale Agenten statt Cloud
Der technische Kern liegt in der Verlagerung von Agentenfunktionen auf den Rechner selbst. Solche Systeme sollen mehrstufige Aufgaben erledigen, etwa Bedienfolgen in Anwendungen oder Dateiprozesse. Gerade für Microsoft 365 und Windows wäre das ein anderer Ansatz als reine Copilot-Dialoge. Nvidia drängt damit zugleich tiefer in den PC-Markt. Bislang dominiert der Konzern KI-Beschleuniger im Rechenzentrum, nicht aber den klassischen Windows-PC als Hauptplattform.
Sicherheitsfragen bleiben offen
Offen sind laut The Decoder vor allem Sicherheit und Verlässlichkeit. Gerade bei OpenClaw gebe es Bedenken, auch wenn die Integration lokal erfolgen solle. Das ist für Unternehmen in Europa relevant, weil lokale Verarbeitung zwar Datenschutzrisiken mindern kann, Fehlaktionen eines Agenten aber nicht verhindert. Die ersten Geräte sollen laut Bericht bereits in der Woche ab dem 1. Juni 2026 auf Computex und Build gezeigt werden.