Google testet Gemini Spark als Web-Agenten für Reiseplanung und Gerätesteuerung

Google testet Gemini Spark als Web-Agenten für Reiseplanung und Gerätesteuerung
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Google treibt mit Gemini Spark einen neuen KI-Agenten voran, der Aufgaben im Web selbstständig erledigt und bald auch Geräte steuern soll. Ein erster Praxistest zeigt laut The Verge eine ungewöhnlich hohe Trefferquote, aber auch neue Fragen zu Kontrolle und Datenschutz.

Der Dienst wurde am 2. Juni 2026 in einem Praxistest von The Verge beschrieben. Autor David Pierce nennt Spark „the most impressive and terrifying AI experience I’ve had yet“. Google positioniert Spark als agentische Erweiterung von Gemini. Der Agent soll nicht nur Antworten liefern, sondern Websites durchsuchen, Optionen vergleichen und Buchungsschritte vorbereiten. Laut dem Bericht funktionierte das bei einer Reiseplanung deutlich besser als bei früheren KI-Demos, die oft an generischen Vorschlägen scheiterten.

Agent statt Chatbot

Spark unterscheidet sich von klassischen Chatbots durch den direkten Zugriff auf Web-Aktionen. Im Test suchte der Agent nach Reisezielen, sichtete Angebote und stellte daraus eine konkretere Planung zusammen. The Verge beschreibt das System als Googles „new agentic answer for everything“. Der Bericht nennt zudem einen nächsten Ausbauschritt: Spark soll „soon on your devices“ arbeiten. Damit rückt nicht nur der Browser, sondern auch die Steuerung lokaler Apps und Geräteeinstellungen in den Fokus.

Für Unternehmen ist das vor allem wegen der Nähe zu Google Workspace relevant. Wenn ein Agent Termine, Reisen oder Recherchen eigenständig vorbereitet, verschiebt sich der Einsatz von Gemini von der Texterstellung zur Prozessausführung. Gerade dieser Schritt erhöht aber die Anforderungen an Freigaben, Protokollierung und Rechteverwaltung. Im The-Verge-Test steht weniger ein Modell-Update als ein neues Bedienprinzip im Mittelpunkt: KI handelt selbstständig auf mehreren Webseiten.

Mehr Komfort, mehr Eingriffstiefe

Der Bericht beschreibt die Erfahrung ausdrücklich als zugleich „incredible“ und „creepy“. Diese Spannung entsteht aus der Eingriffstiefe. Ein Agent, der Formulare ausfüllt, Suchergebnisse bewertet und bald Geräte bedient, benötigt deutlich mehr Kontext als ein normaler Assistent. Das betrifft Standortdaten, Kalenderinhalte, Browser-Sitzungen und potenziell auch Zahlungs- oder Kontoinformationen. Gerade im europäischen Markt berührt das Fragen der DSGVO und der Nachvollziehbarkeit automatisierter Entscheidungen.

Google selbst wird in dem The-Verge-Beitrag als Anbieter eines Systems gezeigt, das über die bisherige Gemini-Nutzung hinausgeht. Der Test erschien nur einen Tag nach Veröffentlichung, am 2. Juni 2026 um 12:38 Uhr UTC. Ein konkreter Starttermin für die Gerätefunktionen wird in dem Bericht nicht genannt, angekündigt ist der Ausbau jedoch ausdrücklich für die nächste Phase von Gemini Spark.