Google senkt Gemini-Preise nach I/O 2026 und verschärft den Wettbewerb mit OpenAI
Google hat auf der Entwicklerkonferenz I/O 2026 die Preise für Gemini-Abos gesenkt und ein neues Einstiegsangebot eingeführt. Der Schritt erhöht den Druck auf OpenAI und Anthropic, trifft aber auf einen Markt, der vor allem auf die tatsächlichen Betriebskosten blickt.
Am 19. Mai 2026 kündigte Google auf der I/O-Konferenz laut TradingKey an, den Preis für den Tarif AI Ultra von 250 auf 200 US-Dollar pro Monat zu senken. Zugleich startete ein neues Einstiegsangebot für 100 US-Dollar monatlich. Damit liegt Googles Spitzenpreis nun auf dem Niveau von ChatGPT Pro von OpenAI, während Anthropics Claude in der Oberklasse bei rund 100 US-Dollar beginnt. Google-Chef Sundar Pichai erklärte auf der Konferenz, die Hürden für Entwickler sollten sinken und die Verbreitung des Ökosystems beschleunigt werden.
Milliardenversprechen für Unternehmen
Google bezifferte den möglichen Einspareffekt für Unternehmen mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr, wenn 80 Prozent der Workloads auf Gemini-Modelle verlagert werden. Gerade für KMU mit Ausgaben für ChatGPT, Claude oder Copilot ist die Preislogik relevant, weil sich Modellkosten zunehmend direkt in SaaS-Budgets niederschlagen. TradingKey verweist jedoch auf institutionelle Analysen, nach denen sinkende Listenpreise nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten bedeuten. Der Grund liegt im steigenden Tokenverbrauch bei komplexeren Agenten-Workflows und multimodalen Aufgaben.
Die Börse reagierte am 20. Mai nur verhalten. Google legte im vorbörslichen Handel um 0,66 Prozent zu, während Nasdaq-100-Futures um 0,64 Prozent stiegen, wie TradingKey berichtete. Der Abstand deutet darauf hin, dass Investoren die Preissenkung nicht als klaren Margentreiber bewerten.
Gemini holt bei Marktanteilen auf
Google stützt die neue Preisstrategie auf starkes Nutzerwachstum. Nach Daten von Similarweb, die TradingKey zitiert, fiel der Marktanteil von ChatGPT binnen eines Jahres von 77,43 auf 56,72 Prozent. Gemini stieg im selben Zeitraum von 6,00 auf 25,46 Prozent. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer der Gemini-App überschritt demnach 900 Millionen und verdoppelte sich binnen eines Jahres. Diese Dynamik erklärt, warum Google den Wettbewerb nun stärker über Preise und Paketierung führt.
Mehr Modelle, mehr Verbrauch
Parallel zur Preissenkung stellte Google DeepMind laut TradingKey mit Gemini Omni ein neues multimodales Modell für Videoerzeugung und Bearbeitung vor. DeepMind-Chef Demis Hassabis sagte, das System sei ein Schritt zum „world model“. Zudem kündigte Google den größten Umbau der Suche seit 25 Jahren in Richtung Agenten an. Auf der Hardware-Seite zeigte der Konzern erstmals gemeinsam mit Samsung entwickelte Smart Glasses mit Android XR. Die neuen Angebote wurden am 19. Mai 2026 auf der Google I/O vorgestellt.