DeepSeek soll Nvidias gesperrten Blackwell-Chip eingesetzt haben – US-Behörden bestätigen Export-Verstoß

DeepSeek soll Nvidias gesperrten Blackwell-Chip eingesetzt haben – US-Behörden bestätigen Export-Verstoß
Illustrationen erstellt mit KI-Bildgenerierung

Chinas KI-Startup DeepSeek hat sein kommendes Sprachmodell offenbar auf Nvidias fortschrittlichsten KI-Chip trainiert — obwohl dessen Export nach China verboten ist. Das berichtet Reuters vom 23. Februar 2026 unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten der Trump-Regierung, der anonym blieb. Der Vorfall könnte einen Verstoß gegen US-Exportkontrollen darstellen.

Laut dem Beamten sind die Blackwell-Chips wahrscheinlich in einem Rechenzentrum in der Inneren Mongolei konzentriert. Wie DeepSeek die Chips erhalten haben soll, ließ die US-Regierung offen — ebenso, wie Washington an die entsprechenden Informationen gelangt ist. Das US-Handelsministerium und DeepSeek äußerten sich auf Anfrage nicht, Nvidia lehnte einen Kommentar ab. Die chinesische Botschaft in Washington wies die Einschätzung zurück und sprach von einer Politisierung von Handels- und Technologiefragen. Außenministeriumssprecher Mao Ning erklärte, China sei die genauen Umstände nicht bekannt.

Erschwerend kommt laut dem US-Beamten hinzu, dass das neue Modell höchstwahrscheinlich auch durch sogenannte Destillation trainiert wurde — ein Verfahren, bei dem ein neueres Modell von den Ausgaben etablierter KI-Systeme lernt. Als Quellen nannte der Beamte Modelle von Anthropic, Google, OpenAI und xAI, was die bereits bekannten Vorwürfe der betroffenen Unternehmen stützt. Anthropic hatte erst am selben Tag öffentlich gemacht, dass DeepSeek und andere chinesische KI-Firmen über 24.000 gefälschte Konten systematisch Daten von Claude abgezogen hatten.

Der Vorfall befeuert eine bereits laufende Debatte in Washington über die Wirksamkeit der Exportkontrollen. Während China-Hardliner darin den Beweis sehen, dass selbst kommerzielle KI-Chips militärische Anwendungen in China ermöglichen könnten, argumentieren White House AI-Berater David Sacks und Nvidia-CEO Jensen Huang, dass kontrollierte Chip-Verkäufe chinesische Hersteller wie Huawei davon abhalten würden, eigene Alternativen zu entwickeln. Die Frage, ob DeepSeek deshalb den Kauf der etwas weniger leistungsstarken H200-Chips künftig genehmigt bekommt, ließ der Beamte offen. DeepSeek plant die Veröffentlichung des neuen Modells voraussichtlich Anfang März 2026.

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